Venenerkrankungen und Durchblutungsstörungen 

Jede Zelle des menschlichen Körpers benötigt Sauerstoff, der in der Lunge aus der Atemluft gewonnen und im Blut transportiert wird, angetrieben durch das Herz. Arterien befördern sauerstoffreiches Blut und Nährstoffe in alle Körperregionen, Venen transportieren sauerstoffarmes Blut und Stoffwechselprodukte ab – das nennt man „Kreislauf“. Erkrankte Blutgefäße können einen erheblichen Einfluss auf die gesamte Körpergesundheit haben. 

Wir bieten eine umfangreiche Diagnostik und auch Therapie bei akuten und chronischen Gefäßerkrankungen. 

Venöses System: 

Phlebologische Untersuchungen 

Diagnostik/Therapie von Thrombosen/Thrombophlebitis (Venenentzündung) 

Diagnostik/Therapie der chronisch venösen Insuffizienz (CVI) 

Diagnostik/Therapie von Stauungsdermatosen 

 

Krampfaderentfernung (Stripping/Miniphlebektomie/Laserokklusion) 

Entfernung von Besenreisern und Retikulärvarizen (Schaumverödung) 

 

Arterielles System: 

pAVK-Diagnostik (Detektion von Durchblutungsstörungen) 

Halsschlagader-Screening 

Bauchaorten-Screening 

 

Venenerkrankungen 

In Deutschland leiden knapp 30% der Erwachsenen an einer behandlungsbedürftigen Erkrankung der Venen. Unbehandelt kann es zu Schmerzen, Entzündungen oder Hautveränderungen - bis hin zur Bildung eines Ulcus cruris, dem sogenannten „offenen Bein“ - kommen. Auch können durch oberflächliche Venenentzündungen tiefe Venenthrombosen verursacht werden. 

Wir haben langjährige Erfahrung auf dem Fachgebiet der Gefäßchirurgie und bieten eine gezielte und routinierte Diagnostik mit hochmodernen Ultraschallgeräten (B-Mode und Farbduplexsonographie) an. Hierdurch ist eine optimale Beurteilung von Venenleiden möglich, was uns in die Lage versetzt, eine bestmögliche und individuelle Behandlungsqualität gewährleisten. 

Im Fokus steht die Abklärung und Behandlung von Venenleiden aller Arten und Schweregrade.  

Typische Venenerkrankungen sind z.B. 

Krampfadern (Varizen) 

Besenreiser/Reticulärvarizen (oberflächliche Krampfadern in der Haut) 

Venenentzündung (Phlebitis) 

Tiefe Venenthrombosen 

Chronisch Venöses Stauungssyndrom (Ödembildung) 

Offenes Bein (Ulcus cruris) 

Achtung: Hausarzt-Vermittlungsfall 
Bei dringenden Anliegen, z.B. dem Verdacht auf eine tiefe Beinvenenthrombose oder eine oberflächliche Venenthrombose kann Ihr Hausarzt jederzeit einen umgehenden Termin bei uns vereinbaren! 

Nach der entsprechenden Diagnostik gilt es, für unsere Patienten ein effektives, möglichst schonendes Therapieverfahren zur Behandlung der jeweiligen Venenerkrankung anzuwenden. Hier gibt es sowohl konservative, als auch operative und interventionelle Optionen. 

Zu den konservativen Ansätzen, z.B. bei Krampfadern im Anfangsstadium, Beinödemen, offenem Bein oder Thrombosen zählen 

Anlage phlebologischer Kompressionsverbände 

Rezeptierung von Kompressionsbestrumpfung 

Wundversorgung 

leitliniengerechte medikamentöse Thrombosebehandlung 

Wenn sich ein Krampfaderleiden noch im Anfangsstadium befindet, können konservative Maßnahmen wie das Tragen von Kompressionsstrümpfen, sportliche Betätigung und (im Falle von Übergewicht) eine Körpergewichtsreduktion zielführend sein. 

Kompressionsstrümpfe werden in verschiedene Klassen eingeteilt und werden - individuell auf Ihre Bedürfnisse angepasst – von uns rezeptiert. Durch eine Vielzahl von Modellen und Materialien stellt die Kompressionstherapie eine gute Behandlungsmethode für Patienten dar, die nicht operiert werden müssen oder können. 

Bei Krampfadern in fortgeschrittenen Stadien sowie optisch störenden oder auch blutenden Besenreisern/Reticulärvarizen bieten wir interventionelle bzw. operative Therapieoptionen an. 

Zur schonenden und fast schmerzfreien Entfernung von Besenreisern, Reticulärvarizen, aber auch Krampfadern führen wir Sklerosierungen mit Mikroschaum (link zur Sklerosierung unter Ästhetik) durch; eine Narkose ist hierfür nicht nötig.  

Als ebenfalls schonende Methode zur Sanierung von Stammvarikose der großen und kleinen Rosenvene (Vena saphena magna und Vena saphena parva) bieten wir zudem die endovenöse Laserokklusion an. Die Methode eignet sich auch besonders gut für Rezidiv-Krampfadern. 

Es handelt sich hierbei um ein minimalinvasives Verfahren, bei dem die Vene durch Laserhitze von innen verschlossen wird. Eine Lasersonde wird dafür unter Ultraschallkontrolle über eine kleine Punktion in die betroffene Vene eingeführt. Das Gefäß wird gezielt von innen erhitzt; die Hitze des Lasers schrumpft und verklebt bzw. verschließt das Gefäß, welches dann mit der Zeit vom Körper abgebaut wird. Es ist eine elegante und narbenfreie Alternative zum Stripping. 

Der Eingriff erfolgt oft ambulant unter örtlicher Betäubung (Tumeszenz-Anästhesie), selten im Dämmerschlaf, und dauert etwa 45 Minuten. Der Vorteil ist, dass keine Schnitte in der Leiste oder Kniekehle angelegt werden müssen, außerdem entstehen nur allenfalls geringe Schmerzen, kaum Blutergüsse und keine oder eine nur kurze Arbeitsunfähigkeit (in der Regel nicht mehr als 2 Tage). 

Postoperativ muss für ca. 24 Stunden ein Kompressionsverband getragen werden, danach für etwa 1–2 Wochen die von uns zuvor rezeptierten Kompressionsstrümpfe. Es treten nur sehr selten treten Komplikationen wie Nervenreizungen, Hautverfärbungen oder eine hitzeinduzierte Thrombose auf. 

Es handelt sich um eine Selbstzahlerleistung, wobei einige Krankenkassen die Kosten teilweise übernehmen.  

Selbstverständlich bieten wir auch konventionelle operative Optionen wie ein „Stripping“ von Stammvenen sowie die „Miniphlebektomie“ (Exhairese mittels Häkelhaken-Methode) von Seitenästen an. 

Das Stripping ist ein bewährtes, chirurgisches Verfahren zur Entfernung von großen Krampfadern (Stammvarizen), bei dem die defekte Vene mittels einer Sonde über kleine Hautschnitte im Bereich der Leiste oder Kniekehle herausgezogen wird. 

Bei der Miniphlebektomie werden geschlängelte Seitenastkrampfadern - isoliert oder auch in Kombination mit einem Stripping - über kleinste Einstiche (1-3 mm) neben den zuvor angezeichneten Gefäßen mit einem Spezialinstrument („Häkelnadel“) herausgezogen, was meist narbenfrei und ohne Nähte heilt. 

Die operative Krampfaderentfernung erfolgt unter Vollnarkose oder (seltener) in Teilbetäubung und dauert je nach Ausprägung des Befundes 30-60 Minuten. Typische Nachwirkungen sind Blutergüsse (Hämatome), Schmerzen, selten Nervenverletzungen, Narben sowie die Notwendigkeit, postoperativ für 3–4 Wochen Kompressionsstrümpfe zu tragen. Arbeitsunfähigkeit besteht für ca. 1 Woche, eine Sportpause sollte für ca. 4–6 Wochen eingehalten werden. 

Gemeinsam mit Ihnen finden wir die für Sie bestmögliche Behandlung! 

 

Durchblutungsstörungen (arterielle Gefäßerkrankungen) 

Durchblutungsstörungen beschreiben einen reduzierten Blutfluss in den Arterien, meist bedingt durch Ablagerungen an den Gefäßwänden, wodurch es zu einer Verminderung der Sauerstoffversorgung in den betroffenen Gebieten kommt. Hierzu gehört insbesondere die pAVK, bei der es unter Belastung der Beinmuskulatur - beim Gehen oder Laufen - zu Schmerzen in den Beinen kommt, so dass eine Reduzierung der Gehstrecke mit Notwendigkeit zu Erholungspausen resultiert (sog. „Schaufensterkrankheit“). 

Ablagerungen an den Gefäßwänden können aber auch an anderen Körperregionen entstehen, so an den Armarterien, den Herzkranzgefäßen, im Gehirn oder den zuführenden Gefäßen am Hals. Die Folgen höhergradiger Gefäßverengung können ein Schlaganfall, Herzinfarkt oder Nierenversagen sein.  

Risikofaktoren wie Rauchen, Adipositas, Diabetes und erhöhte Cholesterinwerte sind die häufigsten Gründe für die Entstehung dieser Ablagerungen. 

Wir bieten Ihnen durch eine Ultraschalluntersuchung mit unseren hochmodernen Geräten eine optimale Abklärung von möglichen arteriellen Gefäßerkrankungen der oberen und unteren Extremitäten, der Bauchaorta sowie der Halsschlagader.  

Die Untersuchung ist schmerzfrei und es können bereits kleinste Einschränkungen des Blutflusses festgestellt werden. Verengungen oder Verschlüsse in den Halsarterien, der Arterien der Arme und Beine, der Bauchschlagader sowie auch Aneurysmen (gefährliche, oft symptomlose Gefäßerweiterungen/Aussackungen an Arterien, verursacht durch Wandschwäche) werden damit frühzeitig erkannt und können einer optimalen Therapie zugeführt werden. 

 Die Untersuchungsergebnisse werden dokumentiert und mit Ihnen ausführlich besprochen. Wenn eine Durchblutungsstörung oder ein Aneurysma festgestellt wurde, steht die Entscheidung über das weitere Vorgehen an. In vielen Fällen können zunächst konservative Maßnahmen ausgeschöpft werden, dazu zählen z.B. 

Konsequentes, regelmäßiges Gehtraining 

Einstellen des Nikotinkonsums 

Einnahme eines Thrombozytenaggregationshemmers 

Einnahme von Cholesterinsenkern 

Blutdruckeinstellung 

Regelmäßige Befundkontrolle  

 Sollte Ihr Befund einer operativen Behandlung bedürfen, werden wir Ihnen eine Einweisung in eine geeignete Klinik für Gefäßchirurgie ausstellen. Hier wird dann ggf. weitere Diagnostik (z.B. CT, MRT, MR-Angiographie) betrieben und über das für Sie optimale Behandlungskonzept entschieden. 

Möglich sind dort bei pAVK z.B. minimal invasive Verfahren mit Implantationen von Gefäßstents zur Erweiterung und Stabilisierung von Gefäßengstellen, die Implantation von Gefäßbypässen zur Überbrückung von Verschlüssen oder das „Ausschälen“ des verengten Gefäßabschnittes, um die Durchblutung so weit zu verbessern, dass keine Beschwerden z.B. beim Gehen mehr auftreten. Bei großen Aortenaneursmen (ab 5,0–5,5 cm bei Männern oder 4,5–5,0 cm bei Frauen) kommt der Einsatz von Stent-Prothesen (endovaskulär) oder der offener Ersatz durch ein Kunststoffgefäß (Prothese) in Frage. 

Nach der stationären Behandlung übernehmen wir die in jedem Fall nötigen weiteren Kontrolluntersuchungen. 

 

 

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